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WETTERÜBERSICHT 2006:
ein Jahr der
Extreme
Wenige Monate sind 2006 ohne klimatologische Besonderheiten verlaufen.
Das erste Quartal brachte vielen Teilen Österreichs ungewohnt tiefe
Temperaturmittel. Dazu gesellten sich in vielen Landstrichen nördlich
des Alpenhauptkammes immer wieder heftige Schneefälle.
Im
Juli wurden verbreitet die höchsten Temperaturmonatsmittel und auch die
höchsten Summen von Sonnenstunden seit dem jeweiligen Messbeginn
erreicht. Darauf folgte sogleich ein kühler, sehr regenreicher und
sonnenarmer August. Seit September sind alle Monate übernormal warm und
niederschlagsarm. Aus diesem Verlauf folgen für weite Teile Österreichs
um 0,2 bis 1,0 Grad C übernormale Jahresmittel der Temperatur. Lediglich
in höheren Tallagen Westösterreichs sowie im Bereich der nördlichen
Kalkalpen und des Alpenvorlandes vom Flachgau und Teilen des
Salzkammergutes bis in das Mostviertel und bis zum Schneeberg wurden
normale oder bis zu 0,3 Grad C unternormale Jahresmittel erreicht. Der
kalte Jahresbeginn und der August verhinderten aber einen Spitzenplatz
in der Rangliste der wärmsten Jahre. Die Extremtemperaturen 2006 waren
36,8 Grad Cam 21. 7. in Langenlebarn und -26,3 Grad C am 24. 1. in Lunz
am See.
Nach dem verbreitet niederschlagsreichen ersten Halbjahr 2006 verlief
das zweite Halbjahr mit Ausnahme des August verbreitet trocken. Daraus
ergeben sich für große Teile Österreichs vom Bodensee bis zum
Neusiedlersee Niederschlagssummen, die 90 bis 110 Prozent des
Normalwertes entsprechen. Mehr als 110 Prozent der Normalmengen wurden
im nördlichen Oberösterreich, in Teilen Niederösterreichs von der Rax
bis in das Waldviertel, im Raum Mariazell und in Wien gemessen.
Trockener als normal mit nur 70 bis 90 Prozent war 2006 im Süden
Österreichs von Osttirol bis in das Südburgenland.
So schneereich 2006 begonnen hatte, so schneearm geht es jetzt zu Ende.
Selbst im klimatologischen Frühling 2006 (März-Mai) hatten Tallagen in
West- und Ostösterreich noch Neuschneesummen über 100 cm verzeichnet:
Reutte 139 cm, St.Anton/Arlberg und Lunz/See je 135 cm, Litschau 118 cm.
Zum Vergleich die Neuschneesummen an den gleichen Orten seit dem 1.
November 2006: Reutte 17 cm, St. Anton 34 cm, Lunz 12 cm und Litschau 7
cm. Ein beträchtlicher Teil des nach dem 1. November 2006 in Österreich
gefallenen Schnees stammte zudem aus der ersten Novemberwoche und war
bald danach wieder weggeschmolzen.
Die sonnigsten Landeshauptstädte 2006 sind bis heute Wien mit 2223
Sonnenstunden (126 Prozent des Normalwertes) und Graz mit 2190 Stunden
(119 Prozent vom Normalwert). Am Ende der Reihe sind Linz mit 1895
Sonnenstunden (119 Prozent des Normalwertes) und Bregenz mit 1872
Stunden (116 Prozent vom Normalwert) zu finden.
WITTERUNGSÜBERSICHT JÄNNER 2006
Der
Jänner 2006 war bei sehr unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
allgemein unternormal temperiert.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen verbreitet 1,5 bis 3 °C unter den
langjährigen Mittelwerten. Nur strichweise im Südwesten und Süden sowie
im Außerfern war es etwas milder mit Abweichungen von -1 bis -1,5 °C.
Von einigen Alpentälern im Westen Österreichs bis in den Raum Wr.
Neustadt waren kleinräumig durch hartnäckig lagernde Kaltluft
Abweichungen bis nahe -4 °C zu verzeichnen. In allen Landeshauptstädten
war der Jänner 2006 der kälteste seit 1987. Mild mit meist annähernd
normalen Monatsmitteln verlief der Jänner dagegen auf den Bergen.
Während im äußersten Osten erst die ungewöhnlich strenge Kälte in der
letzten Jännerdekade zu den weit unternormalen Monatsmitteln führte,
dominierten im übrigen Österreich schon zuvor die deutlich zu kalten
Tage. In Tirol und Vorarlberg war dann der Frost gegen Monatsende nicht
so streng wie im Osten. Der höchste Wert des Monats trat gestreut auf,
absolutes Maximum war 11,3 °C am 28. Jänner in Feldkirch. Auch das
Monatsminimum zeigt einen uneinheitlichen Eintritt, am kältesten mit
-26,3 °C war es am 24. d. M. in Lunz/See.
In
großen Teilen Österreichs brachte der Jänner 2006 unternormale bis
normale Niederschlagsmengen. Dabei ist eine Zunahme von Westen und Süden
nach Nordosten zu bemerken. Besonders trocken verlief der Monat mit
höchstens 25 % des Normalwertes am Bodensee und im Südwesten. Nur große
Teile Ober- und Niederösterreichs, Wien und das Nordburgenland
verzeichneten übernormale Niederschlagssummen mit 125 bis 200 % des
Erwartungswertes. Wiederum wurden von Salzburg bis Niederösterreich hohe
Neuschneesummen erreicht. Mit je 100 bis 120 cm liegen Lofer, St.
Johann/Pongau und Lunz/See an der Spitze. Einige Orte in Ober- und
Niederösterreich ebenso wie in Kärnten (Freistadt, Litschau, Villach)
meldeten auch im Jänner dort zuvor nicht erreichte Gesamtschneehöhen.
In
allen Landeshauptstädten schien die Sonne weit überdurchschnittlich
lang. Absoluter Höchst- und Tiefstwert sind 149 Stunden in Innsbruck und
89 Stunden in Bregenz. Im Vergleich zum Normalwert liegt Linz mit 214 %
(90 statt 42 Stunden) an der Spitze und Klagenfurt mit 139 % (100 statt
72 Stunden) an letzter Stelle. 193 % (108 statt 56 Stunden) wurden in
Wien erreicht.
WITTERUNGSÜBERSICHT FEBRUAR 2006
Der
Februar 2006 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
überwiegend unternormal temperiert.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs 0,5
bis 2 °C unter den Normalwerten. Etwa normale Monatsmittel ergaben sich
von Osttirol und dem Süden des Landes Salzburg über das obere steirische
Murtal und Graz bis in den Südosten der Steiermark. Lokal im Pongau,
Lungau und im Raum Murau war der Februar 2006 sogar etwas wärmer als
normal. Der Temperaturverlauf zeigt strengen Frost in der ersten Woche,
danach schon einige mildere Tage. Nach der Monatsmitte folgte eine
deutlich überdurchschnittlich milde Woche, ehe die Temperaturen bis zum
Ultimo wieder kräftig zurückgingen. Das Monatsmaximum der Temperatur
trat überwiegend am 19. oder 20. Februar auf. 14,4 °C, gemessen am 20.
d. M. in Andau (B), war der absolute Temperaturhöchstwert des Monats.
Das Monatsminimum trat gestreut auf. Seefeld verzeichnete mit -23,2 °C
am 13. Februar den absolut tiefsten Wert.
Die
Monatsummen des Niederschlags zeigen ein sehr uneinheitliches Bild. In
beträchtlichen Teilen Österreichsblieben sie unter 75 % des
Normalwertes. Dieser Bereich beinhaltet den äußersten Westen Österreichs
genauso wie einen Landstrich von der Stadt Salzburg südostwärts bis
Unterkärnten, in die Oststeiermark und bis zum mittleren und südlichen
Burgenland. Mehr als 125 % des Erwartungswertes wurden vereinzelt in
Oberkärnten, im nördlichen Waldviertel und vom westlichen Mühlviertel
über Wels und das Sengsengebirge bis in den Raum Mariazell gemessen.
Besonders in den erwähnten Gebieten mit höheren Niederschlagsmengen
fielen auch beträchtliche Schneemengen. So wurde für Litschau eine
Neuschneesumme von 75 cm ermittelt, für Lofer 112 cm und für Lunz/See
sogar 143 cm. Diese Mengen lagerten sich zusätzlich zu den durch
fehlende Warmlufteinbrüche in den Vormonaten noch praktisch voll
erhaltenen Schneedecken ab und vergrößerten in Teilen der Länder
Salzburg, Ober- und Niederösterreich und in der nördlichen
Obersteiermark weiter die Schneelasten auf den Dächern.
Die
Sonnenstunden betrugen maximal 130 in Graz (131 % des Normalwertes) und
minimal 56 in Bregenz (75 % des Normalwertes). Wien verzeichnete mit 101
Stunden Sonne 129 % des Normalwertes.
WITTERUNGSÜBERSICHT MÄRZ 2006
Der
März 2006 war bei sehr unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen in
großen Teilen Österreichs unternormal temperiert.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen verbreitet 0,5 bis 2,5 °C unter
den Normalwerten. Noch etwas kälter mit Abweichungen bis -3 °C war es im
nördlichen Flachgau, strichweise in Oberösterreich und lokal im
Waldviertel. Von Osttirol über den Norden Kärntens, Teile des
obersteirischen Murtals bis in die südöstliche Steiermark und bis in das
südliche Burgenland ergaben sich annähernd normale Monatsmittel. Während
der ersten beiden Dekaden herrschten winterliche Temperaturen mit
teilweise noch strengem Frost. Erst die letzte Dekade brachte zumindest
einige warme Tage. Das Monatsmaximum stellte sich überwiegend am 27.
März ein. Der absolut höchste Wert des Monats wurde mit 24,5 °C an
diesem Tag in Langenlebarn erreicht. Das Monatsminimum trat gestreut
auf. Seefeld verzeichnete am 13. März den absolut tiefsten Wert von
-24,1 °C.
Die
Monatssummen des Niederschlags zeigen Höchstwerte von mehr als 225 % des
vieljährigen Durchschnitts im Nordwesten Oberösterreichs und im
nördlichen Niederösterreich, und Tiefstwerte von weniger als 75 % des
Erwartungswertes im Südosten Österreichs. Insgesamt ergibt sich eine
Abnahme der relativen Niederschlagsmengen von Nord nach Süd; in Kärnten
wurden strichweise allerdings auch mehr als 125 % der Normalmengen
gemessen. Das Winterwetter in den ersten drei Märzwochen brachte in ganz
Österreich weitere Schneefälle. Von Reutte mit 81 cm Neuschneesumme über
St. Anton / Arlberg (110 cm) bis Litschau (107 cm) und Lunz (110 cm)
ergaben sich nördlich des Alpenhauptkammes dabei für März ungewöhnlich
große Neuschneemengen.
Die
Anzahl der Sonnenstunden betrug maximal 165 in Klagenfurt und minimal
102 in Bregenz. Recht sonnig verlief der März auch im übrigen Osten und
Südosten Österreichs (Wien 143 Stunden, Graz 161 Stunden), aber mit 146
Stunden auch in Innsbruck. Verglichen mit dem Normalwert war Graz mit
114 % die sonnigste Landeshauptstadt. Bregenz und Salzburg (108 statt
130 Stunden) erreichten jeweils nur 83 % des Solls.
WITTERUNGSÜBERSICHT APRIL 2006
Der
April 2006 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
übernormal temperiert.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen um 0,5 bis etwa 2 °C über dem
langjährigen Durchschnitt. Ost- und Südösterreich erreichten etwas
größere Abweichungen als der Westen und Norden. Der Temperaturverlauf in
der ersten Aprilhälfte wurde nach einem milden Monatsbeginn durch
kräftige Kaltlufteinbrüche um den 6. und um den 11. April
gekennzeichnet. Rasche Erwärmung ab dem 14. leitete zwei durchgehend
warme Wochen ein, ehe zum Monatsende kalte Luft von der Nordsee
Schneefälle bis in Tallagen bewirkte. Der Monatshöchstwert der
Temperatur wurde überwiegend zwischen 24. und 26. April verzeichnet.
26,3 °C, gemessen am 25. d. M. in Wien-Donaufeld, war das absolute
Temperaturmaximum. Der Monatstiefstwert fiel verbreitet auf den 7. oder
8. April. Eine Schneedecke und eine wolkenlose Nacht sorgten am 7. für
das absolute Monatsminimum von -10,2 °C in Bad Gastein.
Die
Monatssummen des Niederschlags entsprachen in Teilen Tirols sowie vom
Salzkammergut ostwärts bis in das südliche Wiener Becken den
Normalwerten. Im übrigen Österreich wurden verbreitet 125 bis 200 % der
normalen Mengen gemessen, in Ober- und Niederösterreich sowie in der
Steiermark vereinzelt auch noch mehr. Ein wesentlicher Teil der
Monatsmengen fiel erst in den letzten fünf Apriltagen, wobei
Gewitterregen am 26. und 27. in Ober- und Niederösterreich lokale
Überflutungen verursachten. Am 28. und 29. brachte dann Dauerregen große
Tagesmengen besonders im Süden Österreichs. Die größte relative
Monatsmenge mit 255 % des Normalwertes wurde in Langenlois erreicht. Bis
unter 500 m Seehöhe herab wurde strichweise noch zumindest ein Tag mit
Schneedecke gemeldet.
In
den Landeshauptstädten wurden maximal 201 (Wien- Hohe Warte) und minimal
154 (Bregenz) Sonnenstunden registriert. Wien liegt auch mit 118 % von
normal 170 Sonnenstunden an der Spitze, nur 101 % (180 statt normal 178
Sonnenstunden) erreichte Klagenfurt.
WITTERUNGSÜBERSICHT MAI 2006
Der
Mai 2006 war sowohl durch normale bis leicht übernormale
Temperaturmonatsmittel als auch durch normale bis übernormale
Niederschlagsmengen gekennzeichnet.
Die
Monatsmittel der Temperatur lagen von Vorarlberg bis Salzburg, Teile
Kärntens und Oberösterreichs ebenso wie im Nordosten und Südosten
Österreichs um 0,5 bis 1,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. In
großen Teilen der Osthälfte Österreichs entsprachen die Mittel etwa den
Normalwerten. Nach dem noch sehr kühlen Monatsersten zeigt der
Temperaturverlauf in den beiden ersten Dekaden nur in Westösterreich
auch deutlich unternormale Tage. Sonst lagen die Tagesmittel um den oder
über dem Normalwert. In die letzte Dekade fielen zunächst häufig die
wärmsten Tage des Monats, ehe gegen Monatsende Kaltluftzufuhr das
Temperaturniveau vielfach sogar unter das des Monatsbeginns drückte. Das
Temperaturmaximum fiel häufig auf den 22. Mai. Auf dieses Datum fällt
auch der absolute Monatshöchstwert von 29,3 °C aus Salzburg-Freisaal.
Das Temperaturminimum trat häufig entweder am 1. oder am 31. Mai ein.
Das absolute Monatsminimum allerdings wurde am 7. Mai mit -2,4 °C in St.
Michael/Lungau gemessen.
Die
Monatssummen des Niederschlags lagen in Vorarlberg, im Nordwesten und
Nordosten Österreichs sowie in einem Landstrich vom südlichen Land
Salzburg über das obere steirische Murtal und die Packalpe bis Bad
Radkersburg zwischen 125 und 175 % des Normalwertes. Im westlichen
Mühlviertel ereichten sie sogar nahezu 200 %. Im übrigen Österreich
fielen etwa normale Niederschlagsmengen. Der Kaltlufteinbruch gegen
Monatsende ließ die Schneefallgrenze in Österreich auf Höhen um 1000 m
sinken.
Die
Anzahl der Sonnenstunden in den Landeshauptstädten reichte von minimal
184 in Salzburg bis maximal 233 in Wien – Hohe Warte. Im Vergleich zum
Normalwert wurde das Minimum von nur 93 % für St. Pölten errechnet (218
statt normal 235 Sonnenstunden), das Maximum von 111 % für Innsbruck
(210 statt normal 190).
WITTERUNGSÜBERSICHT JUNI 2006
Der
Juni 2006 war bei sehr unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
allgemein übernormal temperiert.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in ganz Österreich um 0,5 bis mehr
als 2 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Dabei sind Abweichungen von
2 °C und mehr fast nur in Westösterreich festzustellen. Abweichungen
kleiner als 1,5 °C treten in der Westhälfte Österreichs dagegen nur
strichweise in Tirol, Salzburg und Kärnten auf, in der Osthälfte
überwiegen sie dagegen bei weitem. Der Juni begann allerdings mit einer
ungewöhnlich kalten ersten Dekade und Heiztagen gleich zu Monatsbeginn.
Die Tagesmittel der Temperatur lagen bis zu 7 °C unter dem Normalwert.
Ab der zweiten Dekade stellten sich dann warme Tage mit zeitweise sogar
hochsommerlicher Hitze ein. Erst zum Monatsende sanken die Temperaturen
wieder deutlich. Das Monatsmaximum der Temperatur trat gestreut auf. Der
absolut höchste Wert von 35,2 °C wurde am 26. Juni in Wagna bei Leibnitz
erreicht. Auch das Monatsminimum fiel auf verschiedene Tage, jedenfalls
aber in die erste Dekade. Seefeld meldete mit -2,1 °C am 8. d. M. den
absoluten Tiefstwert. Anzunehmen ist noch, dass als einzige
Landeshauptstadt Klagenfurt mit 12 heißen Tagen (≥ 30 °C) eine neue
Rekordanzahl erreichte.
Die
Monatssummen des Niederschlags sind stark durch das nur lokale Auftreten
heftiger Gewitterregen und dazu durch ein besonders in Ober- und
Niederösterreich wetterwirksames Tief zum Monatsende geprägt. Im Westen
und Süden Österreichs überwiegen normale Monatsmengen. Im äußersten
Westen und Süden sowie von der Stadt Salzburg nordwärts entlang der
Grenze zu Bayern blieben die Monatssummen sogar unter 75 % des
Erwartungswertes. In Niederösterreich wurden dagegen im nördlichen
Waldviertel mehr als 175 % des Normalwertes erreicht, ebenso vom Ötscher
bis zur Thermenlinie. Relativer Niederschlagsschwerpunkt in diesem Raum
war Puchberg mit 270 % der durchschnittlichen Monatsmenge. In Salzburg,
Ober- und Niederösterreich verzeichneten zahlreiche Orte mehr als 20
Tage mit messbarem Niederschlag.
Die
Anzahl der Sonnenstunden in den Landeshauptstädten weist mit 284 das
Maximum im regenarmen Bregenz auf. Salzburg erreichte mit nur 230
Stunden das Minimum. Relativ am wenigsten Sonne verzeichnete St. Pölten
mit 234 Stunden, entsprechend 102 % von normal 230. Auch hier führt
Bregenz mit 137 %. In Wien erreichte die Sonne mit 261 statt 223 Stunden
117 % des Solls.
WITTERUNGSÜBERSICHT JULI 2006
Der
Juli war bei überwiegend unternormalen bis normalen Niederschlagsmengen
außergewöhnlich heiß.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen verbreitet 3,5 bis 4,5 °C über dem
langjährigen Durchschnitt, strichweise am Inn, Salzach und Traun auch
bis fünf Grad. Geringere Abweichungen von 2,5 bis 3,5 °C sind
strichweise in Kärnten, in der Steiermark sowie im südlichen
Niederösterreich und im Raume Eisenstadt zu finden. Damit ist der Juli
2006 in vielen Teilen Österreichs der wärmste seit Beginn der jeweiligen
Messreihen. Das trifft in Westösterreich genauso auf Bregenz und
Innsbruck zu wie im Osten auf St. Pölten, Eisenstadt und Wien – Hohe
Warte mit seiner bis 1775 zurückreichenden Temperaturreihe.
Bemerkenswert sind auch neue Höchstwerte der Hitze- oder Tropentage
(Tage mit mindestens 30 °C). Außer Salzburg, Linz-Hörsching und
Eisenstadt wurden die früheren Maxima in allen Landeshauptstädten
übertroffen. So zählte man in Wien 17 (statt 14 im Jahre 1994), am
Flughafen Graz 16 (Statt 13 2003) und in Innsbruck und Klagenfurt je 15
(statt 12 1983 bzw. 14 1994). Österreichweit zeigt der Temperaturverlauf
im gesamten Juli keine unternormale Tage. Im Westen traten am 7. und 29.
Juli tiefere Temperaturen auf, im Osten und Süden kurz nach der
Monatsmitte. Das Monatsmaximum fiel meist auf den 20. oder 21. Juli. Am
21. wurde der absolut höchste Wert von 36,8 °C in Langenlebarn erreicht.
Das Monatsminimum trat gestreut auf. Von den Bergen abgesehen
verzeichnete Mariapfarr mit 4,4 °C am 17. d. M. den absoluten
Tiefstwert.
Die
Monatssummen des Niederschlags betragen in großen Teilen Österreichs
weniger als 75 % des Normalwertes; strichweise im Westen, Nordwesten und
im Umland von Bruck a. d. Mur sind etwa normale Mengen zu verzeichnen.
Nur an wenigen Orten (Rohrbach, Bruck/Mur) liegen die Monatsmengen knapp
über dem Erwartungswert. Besonders niederschlagsarm verlief der Juli
2006 mit weniger als 25 % des langjährigen Mittels zwischen Amstetten,
Retz und Neusiedl/See.
Außer in Graz und Klagenfurt wurden in den Landeshauptstädten auch neue
Rekordsummen an Sonnenstunden erreicht. Sie betragen minimal 301 Stunden
in Graz und maximal 361 Stunden in Wien – Hohe Warte. Verglichen mit dem
langjährigen Durchschnitt schnitt Bregenz mit 153 % desselben (348 statt
normal 227 Sonnenstunden) am besten und Klagenfurt mit 121 % (305 statt
252 Stunden) am schlechtesten ab.
WITTERUNGSÜBERSICHT AUGUST 2006
Der
August 2006 war bei sehr unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
fast überall zu kühl.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs 0,5
bis 1,5 °C unter dem langjährigen Durchschnitt. Noch größere negative
Abweichungen sind vom Bodensee über Teile Tirols und Salzburg bis in den
Westen Oberösterreichs zu finden, ebenso strichweise im Osten
Österreichs. Nur vereinzelt sind Orte mit annähernd normalen
Monatsmitteln in Salzburg, Kärnten und in der Steiermark anzutreffen.
Der Temperaturverlauf zeigt in der ersten Augusthälfte kaum Tage mit
übernormalen Temperaturmitteln. Gleich nach der Monatsmitte stellten
sich einige Tage mit hochsommerlichen Werten ein. Die letzte Dekade
brachte wieder für die Jahreszeit zu tiefe Temperaturen. Dem
entsprechend fielen die Monatshöchstwerte in den Zeitraum 17. bis 20.
August; die Tiefstwerte traten häufig zum Monatsende auf. Der absolute
Monatshöchstwert betrug 32,2 °C, gemessen am 18. d. M. in Schwechat.
Reisach/Gailtal meldete am 31. August den Tiefstwert mit 0,8 °C.
Im
Westen und Nordwesten sowie im Süden und Südosten Österreichs fielen
verbreitet 75 bis 175 % der normalen Niederschlagsmengen. In diesem
Gebiet traten nur im Süden Kärntens vom Gailtal bis Klagenfurt etwas
größere Mengen auf. Der Osten Oberösterreichs, Niederösterreich, Wien
und das nördliche Burgenland weisen dagegen relative Niederschlagsmengen
von 175 bis 360 % des Erwartungswertes auf. Hier sorgte ein Tief gegen
Ende der ersten Dekade (mit örtlichen Tagessummen über 100 mm am 7.
August) ja auch für einige Überflutungen. Niederschlagsreichster Ort war
Lunz mit 399 mm Monatssumme. Zum Monatsende lag auf manchen Almen bis
unter 2000 m Seehöhe Schnee.
Die
Anzahl der Sonnenstunden blieb in allen Landeshauptstädten unter den
Normalwerten. Besonders weit wurden diese in Westösterreich verfehlt.
Maximal wurden 202 Sonnenstunden in Wien gezählt, minimal 117 in
Salzburg. Wien liegt mit 89 % vom Normalwert (228 Stunden) auch in
dieser Wertung an der Spitze, Salzburg mit 58 % (normal 202 Stunden) an
letzter Stelle.
WITTERUNGSÜBERSICHT SEPTEMBER 2006
Der
September 2006 war bei unternormalen bis normalen Niederschlagsmengen
sehr warm.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs 1,5
bis 3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Vom Unterinntal ostwärts
bis in den Raum Mariazell sind lokal auch Abweichungen bis etwa 4 °C vom
Normalwert zu verzeichnen. Damit ist der September 2006 nicht nur von
Bregenz bis St. Pölten um 0,5 bis 1,5 °C wärmer als der vorangegangene
August, sondern zählt auch allgemein zu den wärmsten. In der bis 1775
zurückreichenden Messreihe von Wien liegt er gemeinsam mit dem September
1982 an vierter Stelle. Der wärmste September war in Wien 1947 mit 18,5
°C Monatsmittel um 0,5 °C wärmer. Der Temperaturverlauf zeigt nur gleich
zu Monatsbeginn und um den 9. d. M. unternormale Tagesmittel.
Dementsprechend fallen die Monatsminima der Temperatur verbreitet auf
diese Tage. Der absolute Tiefstwert wurde am 1. September mit -0,3 °C in
Mariapfarr gemessen. Die Monatshöchstwerte stellten sich überwiegend
zwischen 4. und 7. September ein. Von Osttirol bis in die südliche
Steiermark wurden am 4. und 5. d. M. an vielen Orten zuvor in einem
September noch nie gemessene Temperaturmaxima registriert. Der absolut
höchste Wert von 33,7 °C wurde am 4. September in Villach erreicht.
Zwar
wurden zwischen 15. und 18. September an vielen Orten beträchtliche
Tagesniederschlagsmengen erreicht, die bis zu 99 mm am 18. d. M. in St.
Wolfgang betrugen, insgesamt blieben die Monatssummen der Niederschlags
aber verbreitet unter 75 % des Normalwertes. Im Norden und Osten
Niederösterreichs fielen in den grenznahen Landstrichen sogar weniger
als 25 %. Annähernd normale Monatssummen sind im äußersten Westen
Österreichs zu verzeichnen, ebenso im Norden Salzburgs und im Süden
Oberösterreichs sowie in Osttirol und angrenzenden Teilen Oberkärntens
und strichweise in der südlichen Steiermark.
Die
Anzahl der Sonnenstunden lag in allen Landeshauptstädten über den
Normalwerten und übertraf auch die des August 2006 überall. Minimal
wurden 188 Stunden (= 115 % der normalen Dauer) in Bregenz und maximal
268 Stunden (= 157 % des Normalwertes) in Wien gezählt. Generell verlief
der September im Osten und Süden Österreichs sonniger als im Westen.
WITTERUNGSÜBERSICHT OKTOBER 2006
Der
Oktober 2006 war bei unternormalen bis normalen Niederschlagsmengen sehr
warm und dadurch dem Vormonat sehr ähnlich.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in nahezu ganz Österreich 1,5 bis
3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Nur kleinräumig in
Westösterreich sind auch noch etwas größere Abweichungen aufgetreten.
Regional betrachtet war die Osthälfte Österreichs etwas kühler als der
Westen. Wie der Vormonat zählt auch der Oktober 2006 zu den wärmsten in
der Statistik. Allerdings findet man in allen Landeshauptstädten in der
Vergangenheit wärmere Oktober, in den letzten Jahrzehnten den Oktober
2001 und/oder den Oktober 1966. Selbstverständlich zeigt der
Temperaturverlauf wesentlich mehr überdurchschnittlich als
unterdurchschnittlich temperierte Tage. Kühles Wetter zwischen 5. und
10. Oktober war im Westen stärker ausgeprägt als im Osten, dafür wirkte
sich der Zufluss kalter Luft um die Monatsmitte im äußersten Westen kaum
aus. Und auch der Kälteeinbruch kurz vor Monatsende drückte von Bregenz
bis Salzburg die Mittelwerte nicht unter den Normalwert. Die
Monatsmaxima und –minima der Temperatur traten gestreut auf. In
Schwechat wurde mit 27,8 °C am 3. d. M. der absolut höchste Wert
erreicht. Von den höchsten Gipfeln abgesehen stammt der absolute
Tiefstwert von -6,1 °C vom 18. Oktober aus Puchberg/Schneeberg.
Die
Monatsmengen des Niederschlags erreichten im Norden, Osten und im
äußersten Süden nur 25 bis 75 % des Normalwertes. Im übrigen Österreich
wurden fast überall 75 bis 125 % gemessen, nur kleinräumig vom
Nockgebiet nordwärts bis Bad Mitterndorf auch etwas mehr.
In
allen Landeshauptstädten wurden die Normalmengen an Sonnenstunden
übertroffen. Minimal waren es in Bregenz 154 Stunden; Wien, Eisenstadt
und Graz registrierten mit je 211 Stunden die größten Summen. Im
Vergleich zum langjährigen Durchschnitt liegt Linz mit 158 % desselben
(171 statt normal 108 Stunden) an der Spitze und Innsbruck mit 111 %
(186 statt 167 Stunden) an letzter Stelle. In Wien und Eisenstadt
bedeuten die Monatssummen des Oktober 2006 neue Oktober-Höchstwerte in
den jeweiligen Messreihen (Wien zuvor 203 Stunden 1971, Eisenstadt 184
Stunden 1986).
WITTERUNGSÜBERSICHT NOVEMBER 2006
Der
November 2006 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen, wie
zuvor September und Oktober 2006, sehr warm.
Beinahe in ganz Österreich lagen die Monatsmittel der Lufttemperatur 1,5
bis 3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Noch etwas größere
Abweichungen verursachten Föhn und Warmluftzufuhr während der letzten
Dekade strichweise im äußersten Westen Österreichs. In allen
Landeshauptstädten sind aber in der Statistik wärmere November in
früheren Jahren zu finden. Der Temperaturverlauf zeigt ab dem 2.
November osterreichweit einen kräftigen Kaltlufteinbruch. Nach wenigen
Tagen stiegen die Mittelwerte schon wieder in den übernormalen Bereich.
Bis zum Monatsende ist nur im Süden zu Beginn der zweiten Dekade eine
starke Abkühlung zu bemerken, insgesamt verlief der restliche November
überdurchschnittlich mit einem Höhepunkt am 25. d. M. im föhnigen
Westen. Die Monatshöchstwerte der Temperatur traten gestreut auf. Am 25.
November meldete Feldkirch mit 22,7 °C den absolut höchsten Wert des
Monats, eine Temperatur, die dort in der letzten Novemberwoche noch nie
zuvor annähernd gemessen worden war. Das Monatsminimum fiel oft auf den
3. oder 4. November, der absolute Tiefstwert stellte sich danach am 5.
in Seefeld mit -9,5 °C ein.
Die
Monatssummen des Niederschlags bleiben vom Bodensee über Teile
Nordtirols und dann den gesamten Süden Österreichs unter 75 % der
Normalmengen. Ebenso trocken war es in beträchtlichen Teilen
Niederösterreichs, in Wien und im Burgenland. In Osttirol und
angrenzenden Gebieten Kärntens wurden sogar weniger als 25 % gemessen.
125 bis 175 % des Erwartungswertes fielen dagegen vom Unterinntal
ostwärts entlang der nördlichen Kalkalpen bis zum Schneeberg. Der
Kaltlufteinbruch zu Monatsbeginn ergab strichweise bis unter 300 m
Seehöhe herab zumindest einen Tag mit einer Schneedecke.
Die
Anzahl der Sonnenstunden reichte von minimal 51 in Linz bis maximal 114
in Graz und Klagenfurt. Im Vergleich zum Normalwert liegt Klagenfurt mit
175 % desselben (normal 65 Stunden) an der Spitze und St. Pölten mit 82
% (56 statt normal 68 Stunden) an letzter Stelle. Mit 54 Stunden
Sonnenschein (86 % von normal 63 Stunden) zählte auch Wien zu den eher
benachteiligten Städten.
WITTERUNGSÜBERSICHT Dezember 2006
Bei
unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen war, wie schon die drei
voran- gegangenen Monate, der Dezember 2006 sehr mild.
In
nahezu ganz Österreich lagen die Monatsmittel der Lufttemperatur 1,5 bis
3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Lokal ergaben sich im
Südwesten und Norden noch etwas größere Abweichungen. Der
Temperaturverlauf zeigt in der ersten Dekade in allen Teilen Österreichs
außergewöhnlich hohe Werte mit Tagesmitteln, die vereinzelt mehr als
zehn Grad über den Normalwerten lagen. Die zweite und dritte Dekade
brachte dann doch noch auch kältere Abschnitte, weswegen sich auch keine
Rekord-Monatsmittel ergaben. Während man aber beispielsweise in
Innsbruck schon 2002 einen deutlich wärmeren Dezember als 2006 findet,
muss man im Osten Österreichs auf der Suche nach einem solchen teilweise
bis 1979 zurückblättern. Das Monatsmaximum trat häufig am 8. Dezember
auf; der absolute Höchstwert des Monats wurde an diesem Tag mit 20,6 °C
in Dornbirn erreicht. Das Monatsminimum trat gestreut auf. St. Michael/Lungau
verzeichnete den absolut tiefsten Wert des Monats mit -16,2 °C am 20.
Dezember und unterbot damit sogar den Sonnblick.
In
weiten Teilen Österreichs blieben die Niederschlagsmengen unter 75 % des
Normalwertes, vom oberen Ennstal nordostwärts bis zum Waldviertel sogar
unter 25 %. Strichweise wurden in Vorarlberg, Tirol und Kärnten etwa
normale Monatsmengen erreicht. Nur in Oberkärnten lagen die Mengen
deutlich über dem Erwartungswert. Zufuhr feuchtwarmer Luft aus Südwest
bis Süd sowie Tiefdruck im Süden lösten hier besonders vom 6. bis 9.
Dezember ergiebige Niederschläge aus.
In
den Niederungen Ostösterreichs blieb der Dezember an manchen Orten ohne
Schneedecke; aber auch in den alpinen Teilen Österreichs blieben die
Schneemengen teilweise weit unter denen von Anfang November 2006. Selbst
aus Seehöhen über 2000 m wurden meist weniger als 31 Tage mit
natürlicher Schneedecke gemeldet.
Minimal wurden in Klagenfurt 31 Sonnenstunden gezählt; dem steht in den
Landeshauptstädten das Maximum von 131 Stunden in Innsbruck gegenüber.
Verglichen mit dem Normalwert schnitt Bregenz mit 246 % (101 statt
normal 41 Sonnenstunden) am besten ab. Im nebelverhangenen Klagenfurt
wurden nur 58 % von normal 53 Sonnenstunden erreicht. Wien zählte 66
statt normal 52 Sonnenstunden.
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