|
WETTERÜBERSICHT
2002: WARM
mit Hochwasser
Das
Jahr 2002 war bei in großen Teilen Österreichs überdurchschnittlichen
Niederschlagsmengen allgemein sehr warm.
Die Jahresmittel der Temperatur lagen verbreitet um ein bis eineinhalb
Grad C über dem Normalwert. Besonders warm verlief 2002 strichweise in
Tirol und Oberösterreich sowie im Süden und Südosten Österreichs. Für
diese Gebiete wurden Abweichungen bis zwei Grad C errechnet. In nur neun
Jahren von 1994 bis 2002 wurde damit in vielen Teilen Österreichs ein
Jahresmittel erreicht, wie es in einigen mehr als zweihundertjährigen
Messreihen nie zuvor aufgeschienen ist.
Das Jahresmaximum der Temperatur wurde mit wenigen Ausnahmen schon im
Juni erreicht. Der absolute Höchstwert von 36,8 °C stammt vom 23.6. aus
Leibnitz. Das Jahresminimum trat fast durchwegs schon in den ersten
Jännertagen auf. Am 4.1. wurde in Lunz am See der absolute
Jahrestiefstwert von –23,9 °C gemessen. Schon am Neujahrstag hatte der
Sonnblick mit –24,8 °C das Jahresminimum für Bergstationen erreicht.
Strichweise im Westen und im Südosten Österreichs entsprachen die
Niederschlagsmengen dem langjährigen Durchschnitt oder lagen im
südlichen Burgenland sogar knapp darunter. Überall sonst fielen
mindestens 110 % des Erwartungswertes mit einer deutlichen Zunahme der
relativen Mengen nach Norden. In den Hochwassergebieten an der
oberösterreichischen Donau sowie im Mühl- und Waldviertel wurden 150 bis
180 % erreicht.
Freistadt, Linz und Stift Zwettl erlebten das seit Messbeginn
niederschlagsreichste Jahr; die früheren Höchstmengen wurden dabei um 10
bis 30 % übertroffen. Von den Bergen abgesehen wurden die meisten
Niederschlagstage (201) in Windischgarsten gezählt. Im trockeneren Süden
meldete St. Andrä im Lavanttal nur 123.
WITTERUNGSÜBERSICHT JÄNNER
2002
Der Jänner 2002 war bei unterschiedlichen
Temperaturverhältnissen allgemein zu trocken.
Die
Monatsmittel der Lufttemperatur lagen im Osten und Süden meist um 1,5 bis
3 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Eine Ausnahme bildete hier nur
der Raum Klagenfurt, wo ein Kaltluftsee sich länger als in der Umgebung
halten konnte und so die Erwärmung in der letzten Dekade verzögerte.
Im
übrigen Österreich lagen die Abweichungen vom Normalwert zwischen –1,5
und 1,5 °C. Am relativ kühlsten war es vom Salzkammergut ostwärts bis
Mariazell. Sehr warm mit Abweichungen von 2 bis 3 °C verlief der Jänner
2002 auf den Bergen.
Begonnen
hat dieser Monat überall mit tiefwinterlichen Temperaturen. Während im
Osten und Süden aber schon ab 7. Jänner Milderung einsetzte, blieb es in
Westösterreich bis zur Monatsmitte verbreitet kalt. Die letzte Dekade
brachte dann eine totale Änderung der Wetterlage und mit der Zufuhr sehr
milder Luft frühlingshafte Temperaturen.
Das
Monatsminimum der Temperatur wurde häufig am 4. gemessen. Mit –23,9 °C
stammt der absolut tiefste Wert diesmal aus Lunz/ See.
Das
Monatsmaximum fiel überwiegend in den Zeitraum 28. bis 30. Jänner.
Eisenstadt meldete am 29. mit 20, 5 °C den absolut höchsten Wert, der
zugleich auch die höchste bisher in Österreich vom Wetterdienst
gemessene Jännertemperatur bildet. Auch zahlreiche andere Orte im Osten
und Südosten Österreichs, eingeschlossen Wien – Hohe Warte mit 18,7 °C,
verzeichneten am 29. neue absolute Jännerhöchstwerte.
Die
Monatssummen des Niederschlages blieben verbreitet unter 75 % des
Normalwertes. Von Innsbruck über Südösterreich bis zum südlichen
Wiener Becken und bis in die Wachau wurden weniger als 25 % des
Erwartungswertes erreicht, im Bereich des oberen Drautales und seiner
Umgebung blieben einige Messstellen ohne Niederschlag.
31
Tage mit Schneedecke gab es nur auf den Bergen und in manchen Alpentälern
oberhalb 900- 1000 m Seehöhe. Von den Gipfeln abgesehen verzeichnete
Mariazell mit 37 cm die größte Neuschneesumme des Monats. Einige Orte in
den Niederungen im Osten und Süden blieben völlig ohne Neuschnee.
WITTERUNGSÜBERSICHT FEBRUAR
2002
Der
Februar 2002 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen ungewöhnlich
mild. Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in nahezu ganz Österreich
um 3,5 bis 5,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Damit ist dieser
Februar an einigen Orten, vor allem an jenen mit kürzeren Messreihen in
Ostösterreich, der bisher wärmste. In St. Pölten wurde das bisher höchste
Monatsmittel von 4,8 °C aus dem Februar 1995 heuer übertroffen. In der
bis 1775 zurückreichenden Temperaturreihe von Wien – Hohe Warte, die
auf 24- stündigen Mittelwerten beruht, wurde der bisherige Höchstwert
aus 1966 knapp verfehlt.
Der
Temperaturverlauf in diesem Monat zeigt kaum Einbrüche kalter Luftmassen.
Und selbst diese ließen die Tagesmittel nur geringfügig unter die
Normalwerte sinken. Überwiegend erreichten die Temperaturen aber März-
bis Aprilniveau.
Das
Monatsmaximum der Temperatur trat gestreut auf. Der absolute Höchstwert
stammt vom 3. mit 21, 5 °C aus Feldkirch. Derart hohe Temperaturen wurden
dort in der Vergangenheit erst zu Monatsende erreicht.
Das
Monatsminimum fiel häufig auf den 22. St. Michael/ Lungau meldete an
diesem Tag mit –12, 5 °C den absoluten Monatstiefstwert.
In
großen Teilen Österreichs entsprachen die Monatssummen des
Niederschlages den Normalwerten, in Oberkärnten und strichweise in Ostösterreich
lagen sie zwischen 60 und 75 % derselben. Von Nordwesten her schob sich
ein Gebiet mit teilweise stark übernormalen Niederschlagsmengen bis in
die Obersteiermark vor.
Rohrbach
erreichte mit 344 % des Erwartungswertes die größte relative Menge. 28
Tage mit Schneedecke gab es nur auf den Bergen. In den Nord- und
Zentralalpen fielen nur zwischen 23. und 25. größere Schneemengen, im Süden
setzte strichweise am 28. stärkerer Schneefall ein. Die Niederungen Österreichs
blieben schneefrei.
WITTERUNGSÜBERSICHT MÄRZ
2002
Der März war bei äußerst unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
sehr mild.
In großen Teilen Österreichs lagen die Temperaturmonatsmittel um 1,5 bis
3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Lokal wurden noch höhere
Abweichungen festgestellt, etwa in Oberkärnten und im oberen Murtal. Ähnlich
warm oder noch wärmer war der März 2001.
Bis zum Beginn der dritten Dekade lagen die Tagesmittel der Temperatur ständig
über dem Normalwert. Danach gab es einen kräftigen Kaltlufteinbruch.
Erst zum Monatsende überschritten die Temperaturen wieder die Sollwerte.
Das Monatsmaximum der Temperatur trat gestreut auf. Am 21. wurde in
Reisach/Gailtal der absolut höchste Wert des Monats mit 22,0 °C
gemessen. Das Monatsminimum wurde häufig zwischen 25. und
28. erreicht. –11,1 °C am 26. in Mariapfarr war der absolute
Monatstiefstwert.
Die Monatssummen des Niederschlags lagen südlich des Alpenhauptkammes um
die Normalmengen, im äußersten Süden und Südosten mit weniger als 25 %
sogar weit unter diesen. Ebenfalls normale Niederschlagsmengen wurden im
Rheintal und im Bodenseegebiet ermittelt. Im übrigen Westen sowie im
Norden und Osten fielen dagegen sehr ergiebige Niederschläge. Vom
Oberinntal ostwärts bis in den Raum Rax-Schneeberg, aber auch in großen
Teilen Oberösterreichs und am Alpenostrand wurden 200 bis 300 % des
Erwartungswertes gemessen. Diese heftigen Niederschläge waren auf vier
bis sechs Tage zwischen 19. und 24. März konzentriert, dabei wurden an
zahlreichen Orten im März zuvor nicht dagewesene Tagessummen gemessen.
Verbunden mit an den ersten Tagen dieser Niederschläge hohen Temperaturen
auch in höheren Lagen löste das zunächst lokale Vermurungen und Überflutungen,
danach starkes Hochwasser der Donau und vieler ihrer Zubringer aus.
Demgegenüber dauert im äußersten Süden und Südosten die Trockenheit
jetzt schon sechs Monate. Sowohl Klagenfurt als auch Graz verzeichneten
das trockenste Winterhalbjahr seit Beginn meteorologischer Messungen. In
Graz fielen in diesem Winterhalbjahr nur 32 % des Normalwertes, in
Klagenfurt 34 %.
Der obenerwähnte Kaltlufteinbruch ließ die heftigen Niederschläge bis in
höhere Tallagen in Schnee übergehen und brachte auf den Bergen dadurch
teils extreme Lawinengefahr.
WITTERUNGSÜ BERSICHT
APRIL 2002
Der April 2002 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen normal
bis leicht übernormal temperiert.
Die Temperaturmonatsmittel lagen in großen Teilen Österreichs um den langjährigen
Durchschnitt. Im Inntal flussabwärts von Innsbruck, vom oberen Murtal
strichweise bis zum Mühl-, Wald- und Weinviertel sowie im äußersten Südosten
Österreichs war dieser April um 0,5 bis knapp über ein Grad C wärmer
als normal.
Nach einem warmen Monatsbeginn folgte ab dem 4. oder 5. eine Reihe kalter
Tage, die im Osten und Süden bis 12. dauerte. Danach wechselten kühle
und milde Tage einander ab. Gegen Monatsende dominierte frühlingshaftes
Wetter.
Das Monatsminimum der Temperatur trat verbreitet zwischen 6. und 8. April
auf. Preitenegg (K) mit –6,8 °C sowie Litschau und St. Michael/Lungau
mit –6,2 °C meldeten die tiefsten Werte. Das Maximum der Temperatur
wurde überwiegend zwischen 26. und 29. festgestellt. Der absolut höchste
Wert von 22,5 °C wurde in Jenbach, Leibnitz, Langenlois und Langenlebarn
gemessen.
Die Monatssummen des Niederschlags zeigen das in den Vormonaten ungewohnte
Bild von Süd nach Nord abnehmender relativer Mengen. Während vom
Klagenfurter Becken bis in die Oststeiermark 130 bis 160 Prozent des
Erwartungswertes gemessen wurden, fielen im nördlichen Alpenvorland sowie
in Teilen des Donauraumes und des Mühl-, Wald- und Weinviertels nur 40
bis 70 Prozent der normalen Monatsmengen. Im zwischen diesen Landstrichen
liegenden Rest von Österreich entsprachen die Niederschläge etwa dem
Normalwert. Nur im östlichen Wiener Becken war es auch überdurchschnittlich
nass. In denjenigen Gebieten Süd- und Südostösterreichs, in denen von
Oktober 2001 bis März 2002 ein Niederschlagsdefizit von 170 bis über 220
mm entstanden war, konnte davon nur ein geringer Teil von etwa 30 mm
abgebaut werden.
Während der Kälteperiode in der ersten Dekade schneite es strichweise bis
in tiefe Lagen. Schwechat meldete am 7. April 1 cm Schnee.
WITTERUNGSÜBERSICHT
MAI 2002
Der Mai 2002 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
allgemein warm.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen im äußersten Westen
Österreichs strichweise knapp ein bis 1,5 °C über dem langjährigen
Durchschnitt. Im gesamten übrigen Bundesgebiet wurden positive
Abweichungen von 1,5 bis 3,5 °C festgestellt. In Ostösterreich übertraf
dieser Mai knapp die ohnehin schon hohen Monatsmittel der Monate Mai
2000 und 2001 und zählt zu den wärmsten seit Messbeginn. Im Westen war
der Mai 2001 um ein bis zwei Grad wärmer als der heurige.
Während in Tirol und Vorarlberg sowohl in der ersten als auch in der
letzten Dekade eine Reihe kühler Tage auftrat, waren unternormale
Tagesmittel im Süden und besonders im Osten Österreichs nur sporadische
Erscheinungen.
Das Monatsmaximum der Temperatur fiel häufig auf den 17. oder 18. Der
absolute Höchstwert von 30,8 °C wurde am 17. in Leibnitz gemessen.
Das Monatsminimum trat gestreut auf. St. Michael/Lungau verzeichnete am
5. mit –2,9 °C den absolut tiefsten Wert für Talstationen.
Die Monatssummen des Niederschlags blieben von Salzburg ostwärts sowie
im Südosten Österreichs verbreitet unter den Normalwerten. Ein schmaler
Bereich im ober- und niederösterreichischen Alpenvorland empfing sogar
weniger als 25 Prozent des Erwartungswertes. Überdurchschnittliche
Niederschlagsmengen traten nur im Westen am Alpenhauptkamm sowie in
Osttirol und im äußersten Westen Kärntens auf.
In den seit Oktober 2001 niederschlagsarmen Regionen Kärntens, der
südlichen Steiermark und des Südburgenlandes fielen 50 bis 80 % der
normalen Mai-Mengen, wodurch sich das Niederschlagsdefizit erneut
vergrößerte.
WITTERUNGSÜBERSICHT
JUNI 2002
Der
Juni war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen sehr warm.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs
um 2,5 bis 3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Von Innsbruck
flussabwärts sowie im Salzkammergut wurden Abweichungen bis knapp über 4
°C ermittelt. Etwas kühler mit Abweichungen von 2 bis 2,5 °C verlief
dieser Juni in Teilen Niederösterreichs und Wiens sowie im nördlichen
Burgenland.
Unterdurchschnittlich kühles Wetter herrschte in diesem Monat nur gegen
Ende der ersten Dekade und zum Monatsende. Besonders warm war es vom 19.
bis 23., als die Tagesmittel bis 10 °C über den Normalwerten lagen.
Insgesamt war dieser Juni damit in Ostösterreich knapp, im Westen
deutlich wärmer als der sehr warme Juni 2000. In der seit 1775
bestehenden Wiener Temperaturreihe findet man nur 1811 ein höheres
Junimittel als heuer. Für einige Orte mit kürzeren Messreihen wird es
der wärmste Juni bisher gewesen sein.
Das Monatsmaximum der Temperatur trat gestreut auf.
Der absolut höchste Wert wurde am 23. mit 36,8 °C in Leibnitz erreicht.
Das Monatsminimum fiel oft auf den 3. Juni. An diesem Tag meldete
Mariapfarr mit 0,6 °C den
absolut tiefsten Wert des Monats.
Die Monatssummen des Niederschlags blieben strichweise im Westen und
Nordwesten sowie in Unterkärnten, in der südlichen Steiermark und in
Teilen des Burgenlandes unter 75 % des Erwartungswertes. In großen
Teilen Österreichs wurden aber etwa normale Niederschlagsmengen
gemessen.
Die heftigen Niederschläge in der ersten Dekade brachten Osttirol und
dem angrenzenden Raum Kärntens sowie Teilen Niederösterreichs besonders
hohe Tagesmengen. Der nö. Hydrographische Dienst meldete im Raume
Piestingtal am 6. d. M. 203 mm in Feichtenbach und 180 mm in Miesenbach.
Daraus resultieren Monatsmengen von mehr als 175 % des langjährigen
Durchschnitts.
WITTERUNGSÜBERSICHT
JULI 2002
Der
Juli 2002 war bei kleinräumig sehr unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen nahezu überall überdurchschnittlich warm.
Vom äußersten Westen Österreichs an Bodensee und Rhein abgesehen, lagen
die Monatsmittel der Lufttemperatur allgemein um 0,5 bis 2,5 °C über dem
Normalwert. Dabei ist ein Anstieg der Abweichungen von West nach Ost
festzustellen. Die relativ wärmsten Gegenden in diesem Monat waren das
östliche Niederösterreich, das Burgenland und die südöstliche
Steiermark.
Im Verlauf des Monats wechselten mehrmals längere warme mit kürzeren
kühlen Perioden ab. Das Monatsmaximum der Temperatur fiel häufig auf den
10. Juli. An diesem Tag wurde auch der absolut höchste Wert des Monats
von 35,1 °C in Zwerndorf/March gemessen. Das Monatsminimum trat
verbreitet am 5. auf. An diesem Tag meldete St. Michael/Lungau mit 1,3
°C den absolut tiefsten Wert des Monats.
Insgesamt war der Juli 2002 im Westen und Süden Österreichs ähnlich
temperiert wie der des Vorjahres und strichweise kühler als der
vorangegangene Juni. Im Osten war dieser Juli der wärmste seit 1995.
Die Monatssummen des Niederschlages entsprachen in großen Teilen
Österreichs annähernd dem langjährigen Durchschnitt. Die gewittrige
Natur der meisten Niederschläge
verursacht aber ein sehr uneinheitliches Bild der
Niederschlagsverteilung. So finden sich vom Rheintal bis in das südliche
Burgenland einige unternormal beregnete Landstriche, und von Klagenfurt
bis ins nördliche Weinviertel einige viel zu niederschlagsreiche
Gegenden. Diese waren vielfach auch Schauplatz heftiger Unwetter.
Relativ regenreichster Ort war Reichenau/Rax mit 205 % des
Erwartungswertes. Lunz/See verzeichnete an 24 Tagen messbaren
Niederschlag.
WITTERUNGSÜBERSICHT
AUGUST 2002
Der
August war bei örtlich extremen Niederschlagsmengen meist zu warm.
Das Monatsmittel der Lufttemperatur lag in den nördlichen Teilen Ober-
und Niederösterreichs, im Murtal, am Alpenostrand und im Südosten um bis
zu 2,5 °C über dem
Mittel, um 0,5 bis 1,5 °C zu warm war es in den alpinen Teilen,
annähernd normale Temperaturverhältnisse (Abweichungen von +/- 0,5 °C
vom Mittel) herrschten nur im äußersten Westen.
Wenig auffällig war der Temperaturverlauf. Die Hauptniederschlagstage
ausgenommen, die um etwa 5 °C unter dem Mittel zu liegen kamen, war es
durchgehend etwas zu warm, wobei aber extreme Hitze fehlte. Dies wird
auch anhand der Monatshöchstwerte sichtbar: an nur wenigen Stationen
wurden mehr als 30 °C erreicht, Andau verzeichnete mit 30,9 C die
höchste Temperatur am 3. August, St. Anton am Arlberg mit 4,0 °C am 14.
den tiefsten Wert.
Die Niederschläge erreichten ein extremes Maximum im Mühl- und
Waldviertel, wo mehr als das Vierfache der üblichen Augustmenge fiel.
Insgesamt zeigt sich ein Nord-Südgefälle der relativen
Niederschlagsverteilung mit den bereits erwähnten mehr als 400 % im
Norden und etwa 100 % in den südlichen Landesteilen von Vorarlberg und
Tirol, in Osttirol und im Südosten der Steiermark.
Auch die absoluten Zahlen bestätigen die Einmaligkeit dieser
Augustniederschläge. In Freistadt betrug die bisherige maximale
Monatssumme nur 259 mm (im Juli 1910), im heurigen August wurden 431 mm
gemessen. Gleiches gilt für Stift Zwettl (Juli 1957: 228 mm, August
2002: 352 mm) oder für Linz Hörsching (Juli 1954: 235 mm, August 2002:
364 mm) und sicher noch für andere Orte, für die derzeit noch keine
gesicherten Werte vorliegen.
Diese extremen Niederschläge im Norden unseres Bundesgebietes fielen im
Abstand von etwa einer Woche: am 7. August wurden in Freistadt 172 mm
registriert, nur 5 Tage später waren es 102 mm in Windischgarsten, 101
mm in Rohrbach und 131 mm in Lunz am See. Während der ersten
Niederschlagsperiode kam es in den Städten Salzburg und Hallein, im
Flachgau und in den Bezirken Freistadt, Perg, Zwettl, Gmünd, Horn und
Krems zu schweren Überflutungen. Die zweite Niederschlagswelle führte zu
Hochwasser im Vorarlberger Rheintal, erneut im Flachgau und im Bezirk
Perg sowie im Eferdinger Becken und im Raum Schärding. Die
hochwasserführenden Flüsse Steyr, Enns (vor allem die Stadt Steyr wurde
stark betroffen), Kamp und Donau und viele ihrer Zubringer verursachten
schwere Schäden z.B. in der Wachau, wo Weißenkirchen unter Wasser stand,
Krems hingegen dank mobilem Hochwasserschutz einer Überflutung knapp
entgehen konnte.
WITTERUNGSÜBERSICHT
SEPTEMBER 2002
Der
September 2002 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
verbreitet unternormal temperiert.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs
um 0,5 bis 1,5 °C unter dem langjährigen Durchschnitt, vom Bodensee bis
zum Pinzgau und vom Ennstal bis in den Raum Mariazell auch noch etwas
tiefer. Nur im Süden und Südosten sowie im Nordosten Österreichs wurden
strichweise etwa normale Mittel erreicht.
Nach einem spätsommerlich warmen Monatsbeginn sanken die Temperaturen in
der zweiten Dekade besonders im Westen Österreichs deutlich unter den
Normalwert. Einer kurzen Erwärmung um den 20. September folgte ein
markanter Kälteeinbruch, der bis zum Ultimo die Temperaturen den
Normalwert nicht mehr erreichen ließ.
Das Monatsmaximum der Temperatur fiel häufig auf den 9.; an diesem Tag
meldete Andau mit 29,3 °C den absoluten Höchstwert des Monats.
Nach klaren Nächten wurde das Monatsminimum meist am 29. oder 30.
September gemessen. St. Michael/Lungau meldete am 29. den, von den
Bergstationen abgesehen, absolut tiefsten Wert von –5,4 °C.
Die Niederschlagsmonatssummen lagen vom Bodensee bis in das
Salzkammergut zwischen 125 und knapp über 200 % des Erwartungswertes.
Übernormale Mengen wurden auch strichweise in Niederösterreich gemessen.
In großen Teilen Österreichs entsprachen die September-Niederschläge
aber etwa dem langjährigen Durchschnitt. Nur lokal westlich von Wien und
im südlichen Burgenland verlief der Monat etwas zu trocken.
Der erwähnte Kälteeinbruch brachte am 25. eine kurzlebige Schneedecke in
einige höhere Alpentäler (Badgastein, Krimml, Reutte). Ähnliche
Schneehöhen wie heuer wurden dort zuletzt 1976 bzw. 1974 gemessen.
WITTERUNGSÜBERSICHT
OKTOBER 2002
Der
Oktober 2002 war durch unterschiedliche Temperatur- und
Niederschlagsverhältnisse gekennzeichnet.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen im Mühlviertel, in großen
Teilen Niederösterreichs, in Wien sowie im nördlichen Burgenland und in
Teilen der Obersteiermark um 0,5 bis 1,5 °C unter dem langjährigen
Durchschnitt. Um 0,5 bis 1,5 °C übernormale Mittel wurden strichweise im
Westen und verbreitet im Süden erreicht. Im übrigen Österreich
entsprachen die Temperaturen annähernd den Normalwerten.
Der Temperaturverlauf im Oktober 2002 zeigt in der ersten Monatshälfte
ein deutliches Überwiegen unternormaler Tagesmittel. Nach einer
kräftigen Erwärmung um den 16. folgte bis zum 20. wieder eine starke
Abkühlung. In der letzten Dekade herrschten dann warme
Tage vor.
Monatsmaximum und –minimum der Temperatur traten gestreut auf. 24,5 °C
am 16. in Feldkirch war der absolut höchste Wert des Monats. Das
absolute Minimum für Tallagen meldete St. Michael/Lungau mit –6,1 °C am
20.
Die Monatssummen des Niederschlags reichten von weniger als 75 % des
Normalwertes in Osttirol sowie im angrenzenden Oberkärnten und im Lungau
bis über 300 Prozent in Teilen des Mühl-, Wald- und Weinviertels sowie
vereinzelt im Donauraum. In diesem Gebiet wurden bis zu 25
Niederschlagstage gezählt. Die relativ niederschlagsreichste Messstelle
war Langenlois, wo 86 mm Niederschlag 429 % des Erwartungswertes
entsprechen.
Wie schon im September gab es in manchen Tälern oberhalb von etwa 1000 m
kurz eine Schneedecke. Bis unter 600 m herab lag am 13. Oktober Schnee
im Mühlviertel.
WITTERUNGSÜBERSICHT
NOVEMBER 2002
Der
November 2002 war bei sehr unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
ungewöhnlich warm.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen Teilen Österreichs
um 2,5 bis 4,5 °C über dem langjährigen Mittel. Vom Pongauer Salzachtal
über den Lungau und das östliche Kärnten bis in den südlichen
Randbereich der Steiermark betrugen die Abweichungen vom Normalwert
sogar 4,5 bis über 5 °C. Wärmer als heuer war ein November im Westen
Österreichs zuletzt 1994, im Osten im Jahr 2000. In Klagenfurt dagegen
verzeichnete man das höchste Temperaturmonatsmittel seit 1926.
Während die erste Dekade im Westen ausgeglichen und sonst zu kühl
verlief, setzte danach sehr mildes Wetter mit einem Höhepunkt zur
Monatsmitte ein. Tagesmittel, die den Normalwert um mehr als 15 °C
übertrafen und besonders im Süden im November noch nie dagewesene
Tageshöchstwerte kennzeichneten diese Phase. Graz mit 22,8 °C am 15. und
Klagenfurt mit 21,5 °C am 16. sind die prominentesten Städte mit neuen
absoluten Novembermaxima.
Der absolute Monatshöchstwert von 25,6 °C wurde am 16. in Waidhofen/Ybbs
und in Bad Goisern erreicht. Der Monatstiefstwert von –7,6 °C stammt vom
7. aus Puchberg/Schneeberg.
Die Monatssummen des Niederschlages erreichten in Osttirol und im
angrenzenden Oberkärnten 350 bis über 500 % des Normalwertes. Mit 708 mm
in Kötschach-Mauthen und 536 mm in Reisach/Gailtal wurden die
Rekordwerte des Jahres 2000 (497 bzw. 522 mm) übertroffen. Hingegen
fielen in der südlichen Steiermark und im Südburgenland nur 40 bis 75 %
des Erwartungswertes.
Im Westen, Norden und Osten Österreichs wurden meist 100 bis 200 % des
Durchschnitts gemessen. Niederschlagsreicher verlief dieser November im
Rheintal und im Raume Linz.
Die hohen Temperaturen ließen nur oberhalb von 2000 m Höhe eine länger
anhaltende Schneedecke zu. Einige Schneeflocken wurden in der ersten
Dekade aber auch schon im Flachland gesichtet.
WITTERUNGSÜBERSICHT
DEZEMBER 2002
Der
Dezember 2002 wies bei Lufttemperatur und Niederschlagsmengen regional
sehr große Unterschiede auf.
Die Monatsmittel der Temperatur lagen von Vorarlberg bis in die
Obersteiermark und bis Kärnten verbreitet um 2,5 bis mehr als 4 °C über
dem langjährigen Durchschnitt. Anschließend nord- und ostwärts nehmen
diese positiven Abweichungen rasch ab. In großen Teilen
Niederösterreichs, im nördlichen Burgenland und in Wien ergaben sich um
0,5 bis 2 °C unternormale Monatsmittel. Nach einem allgemein milden
Monatsbeginn setzte um den 6. die ungewöhnlich lange anhaltende Trennung
in einen warmen Westen und Süden sowie einen kalten Norden und Osten
ein. Während Innsbruck nur um den 10. und 20. Dezember einige leicht
unternormal temperierte Tage erlebte, lagen in Wien alle Tage vom 6. bis
zum 28. unter dem Erwartungswert.
Sowohl die Monatsmaxima als auch die Minima der Temperatur traten
gestreut auf. Der absolute Höchstwert wurde mit 16,5 °C am 27. in
Feldkirch erreicht, der absolute Tiefstwert stammt vom 20. aus Stift
Zwettl und betrug -15,7 °C.
Die Monatssummen des Niederschlages lagen von Vorarlberg bis in den
Westen Niederösterreichs, bis in die Obersteiermark und bis Kärnten
verbreitet um den Normalwert. Strichweise wurden im Süden Salzburgs, im
oberen steirischen Murtal und im Norden Kärntens auch weniger als 75 %
des langjährigen Durchschnitts gemessen, im Inn- und Hausruckviertel
dagegen mehr als 125 % desselben. Weiter im Osten und Südosten steigen
die relativen Niederschlagsmengen und erreichen in Graz und Umgebung
mehr als 300 % des Erwartungswertes. Zum östlichen Weinviertel und zum
Neusiedlersee hin entsprachen die Dezemberniederschläge dann wieder dem
Normalwert.
Nur Bergstationen oberhalb 2000 m Seehöhe meldeten an allen Tagen des
Monats eine Schneedecke. Die Niederungen Westösterreichs blieben auch im
Dezember schneefrei. Auch Wintersportgebiete vom Arlberg bis Mariazell
litten bei Neuschneesummen von nur 20 bis 40 cm unter Mangel an
natürlichen Schnee.
|