|
WETTERÜBERSICHT
2000: SEHR
WARM, REKORD IM OSTEN
Das zu
Ende gehende Jahr 2000 ist seit Wochen wegen der
Rekord-Jahresmitteltemperatur im Gespräch. Heute ist es möglich,
schon recht genaue Zahlen zu bieten.
Zwar
begann das Jahr 2000 mit einem zu kalten bis normal temperierten
Jänner, danach folgte aber bis einschließlich Juni eine Reihe von
teilweise außergewöhnlich warmen Monaten.
Ausgerechnet
der Ferienmonat Juli lag dann in beinahe
ganz Österreich unter dem Normalwert. Danach brachte
nur noch der September etwas gedämpfte Temperaturen, ehe die
letzten drei Monate endgültig für das dritte Rekordjahr in diesem
Jahrzehnt sorgten. Zuvor waren in der 225-jaehrigen Wiener
Temperaturreihe schon 1992 und dann 1994
die wärmsten Jahre seit Beginn dieser Messungen
1775 gewesen.
Die
Jahresmittel der Temperatur liegen 0,5 Grad bis etwa 2 Grad C über dem
Normalwert. Besonders warm im Vergleich zum Durchschnitt war es von
Unterkärnten und dem oberen Murtal bis in das Burgenland, bis in
den Osten Niederösterreichs und bis
Wien. Kleinräumig ähnlich hohe Abweichungen wurden
für das Alpenvorland in Oberösterreich und das Unterinntal
ermittelt.
Wie
bereits erwähnt, wird in Wien das Jahresmittel der Temperatur
(berechnet aus 24-stuendigen Tagesmitteln) 11,8 Grad C betragen und
damit um 0,2 Grad über dem bisher wärmsten
Jahr 1994 liegen. Gleiches gilt aber nur für einen relativ kleinen Raum von Tulln über Wien bis Wr.
Neustadt und eventuell Eisenstadt. Von
den anderen Landeshauptstädten könnte auch Graz
die Werte von 1994 erreichen oder knapp übertreffen, hier bleibt
aber noch das Vorliegen geprüfter Daten
im Laufe des Jänners abzuwarten. Weiter im Westen
wurden hingegen die Werte des auch hier bisher wärmsten Jahres 1994
meist um wenige Zehntel Grad C verfehlt. Die Temperaturextreme des
Jahres waren 38,2 Grad C am 19.8.2000 in
Andau (B) und -26,3 Grad C am 26.1.2000 in Lunz
am See.
Die
Niederschläge entsprechen in der Osthälfte Österreichs dem
langjährigen Durchschnitt oder liegen knapp unter ihm. Hier macht
sich noch die schlimme Dürre im Frühling
und Frühsommer bemerkbar. Im Westen und Süden
hingegen übertreffen die Jahressummen des Niederschlags die
Erwartungswerte um bis zu 50 Prozent. In Osttirol und Oberkärnten
sorgten extreme Niederschläge mit lokal
katastrophalen Folgen im Oktober und November
statistisch für mehr als Ausgleich nach großer Trockenheit im
Winter.
Die
Sonne strahlte in ganz Österreich länger als üblich vom Himmel. In
Bregenz konnte man sich an 100 zusätzlichen Sonnenstunden
erfreuen, in Wien, Graz und Klagenfurt
sogar an rund 300. In Graz ist 2000 damit das sonnigste
Jahr seit Vorliegen vergleichbarer Messwerte (Beginn 1922), in
Klagenfurt, wo eine längere Messreihe existiert, war es 1921
zuletzt sonniger als heuer.
WITTERUNGSÜBERSICHT
JÄNNER 2000
Der Jänner 2000 war bei unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen teils normal, teils unternormal temperiert.
Das Monatsmittel der Lufttemperatur lag im Bereich des
Alpenhauptkammes von Tirol ostwärts ebenso unter dem langjährigen
Durchschnitt wie in den nördlichen Kalkalpen von Salzburg bis Niederösterreich,
im Bereich der Mur- Mürzfurche und auch strichweise im nördlichen
Alpenvorland sowie im Mühlviertel. Ebenso war es vom Gailtal bis ins
Klagenfurter Becken und in großen Teilen des Burgenlandes kälter als im
normalen Jänner. Die größten negativen Abweichungen von -1,5° bis -3
°C wurden vom Pinzgau über Pongau, steirisches Salzkammergut und Ennstal
bis in den Raum Mariazell ermittelt. Nordföhn führte kleinräumig in Kärnten
und im Raum Murau zu leicht übernormalen Monatsmitteln (0,6° bis 0,8 °C).
Nach den beiden ersten eher unspektakulär verlaufenen
Dekaden fällt in der dritten Jännerdekade zuerst eine Kältewelle mit
dem Tiefpunkt 25. und 26. auf, worauf zum Monatsende Westwetter einen
rapiden Temperaturanstieg bewirkte. Dementsprechend trat der absolut
tiefste Temperaturwert des Monats am 26. in Lunz am See mit -26,3 °C auf,
während Obervellach am 31. mit 16,3 °C den absoluten Höchstwert dieses
Jänners verzeichnete.
Die Monatssummen des Niederschlags erreichten im Westen
und Süden Österreichs meist nicht einmal 75% des Normalwertes, ebenso im
Raume um die Stadt Salzburg. Im südlichen Kärnten und von Graz südostwärts
wurden weniger als 25% des Erwartungswertes erreicht. Klagenfurt brachte
es auf nur knapp über 1 mm.
Deutlich übernormale Niederschlagsmengen fielen dagegen
vom westlichen Mühlviertel südostwärts über den Raum Linz und das Gesäuse
bis in das Mürztal und in das Gebiet Semmering - Rax. Reichenau/ Rax
verzeichnete es auf 244% der Normalmenge.
31 Tage mit Schneedecke wurden im Westen erst oberhalb 600
bis 800 m Seehöhe erreicht, im Osten dagegen auch in tiefen Lagen
(Kleinzicken im Burgenland).
WITTERUNGSÜBERSICHT
FEBRUAR 2000
Der Februar 2000 war bei unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen sehr warm.
Das Monatsmittel der Lufttemperatur lag allgemein beträchtlich
über dem langjährigen Durchschnitt. Abweichungen von 1,5° bis 2,5 °C
wurden für das Oberinntal, den Grenzraum Tirol - Salzburg und für ein
Gebiet vom Salzkammergut bis in den Raum Mariazell errechnet.
Um mehr als 3,5 °C über dem Normalwert lag die
Temperatur von Osttirol über das Mölltal, den Lungau und das steirische
Murtal bis in den Raum Graz und in das südliche Burgenland. Ebenso warm
war es im ober- und niederösterreichischen Alpenvorland, im Wiener Becken
und in großen Teilen des Wald- und Weinviertels.
Besonders warm war es in der ersten Dekade; am 1. lagen
die Tagesmittel bis zu 10 °C über den Normalwerten. Nach dem 10. stellte
sich ein der Jahreszeit entsprechender Temperaturverlauf ein, ehe es gegen
Monatsende erneut vorfrühlingshaft mild wurde. Das Monatsmaximum der
Temperatur trat gestreut auf, der absolut höchste Wert wurde am 6. mit
18,2 °C in Reichenau/ Rax gemessen. Das Monatsminimum stammt meist vom
22. Februar.
Die Monatssummen des Niederschlags betrugen im Süden Österreichs
von Osttirol bis in den Raum Graz weniger als 25% des Normalwertes. Im übrigen
Österreich wurde der Erwartungswert meist zumindest annähernd erreicht.
Im Nordstau der Alpen wurde er verbreitet übertroffen, ebenso im Mühlviertel
und östlich von Wien. Die relativ größten Niederschlagsmengen von mehr
als 200% des Normalwertes wurden im Salzkammergut festgestellt.
29 Tage mit Schneedecke wurden nur oberhalb 800 bis 1000 m
Seehöhe gemeldet. Einige Orte in den Niederungen des Ostens blieben ohne
Schneedecke.
WITTERUNGSÜBERSICHT
MÄRZ 2000
Der März 2000 war allgemein sehr mild und verbreitet sehr
niederschlagsreich.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen fast durchwegs
um 0,5° bis 2,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Noch etwas größere
positive Abweichungen wurden lokal in Kärnten und im oberen Murtal sowie
von Graz südostwärts ermittelt.
Der Temperaturverlauf weist nur am 5., an einigen Tagen um
den 17. und gegen Monatsende unterdurchschnittliche Werte auf. Eine
besonders milde Periode mit positiven Abweichungen bis etwa 9 °C waren
die letzten Tage der ersten Dekade. Das Monatsmaximum der Temperatur trat
gestreut auf; der absolut höchste Werte von 22,6°C wurde am 9. in Bad
Radkersburg gemessen.
Das Monatsminimum fiel meist in den Zeitraum 5. bis 7. März;
Radstadt und Zell am See meldeten mit -11,8 °C am 6. den von den
Bergstationen abgesehen tiefsten Wert.
Die Monatssummen des Niederschlags entsprachen nur in
Teilen Kärntens, in der Steiermark von Graz südwärts und im südlichen
Burgenland etwa dem Erwartungswert.
Überall sonst fielen überdurchschnittliche Mengen; von
Tirol bis in das Mühlviertel und bis in den Raum Rax- Schneeberg
strichweise sogar 300 bis 400 % des langjährigen Durchschnitts.
Knapp über 400 % des Normalwertes wurden aus Reichenau/
Rax, Rohrbach und Bad Aussee gemeldet. Einige Messstellen wie Innsbruck,
Rohrbach, Mariazell und Bruck/ Mur verzeichneten die höchsten März-
Niederschlagssummen in den jüngsten 50 Jahren.
Von den Bergen abgesehen lag nur noch an wenigen Orten
oberhalb von 800 m Seehöhe an allen Tagen des Monats Schnee.
WITTERUNGSÜBERSICHT
APRIL 2000
Der April 2000 war allgemein außergewöhnlich warm und
mit Ausnahme Kärntens und Teilen Tirols sehr trocken.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen 2° bis 4,5 °C
über dem langjährigen Durchschnitt. Die geringsten Abweichungen finden
sich im Rheintal, in Osttirol und in Nordtirol südlich des Inntales,
sowie im Flachgau mit den angrenzenden Teilen Oberösterreichs. Zum Osten
hin steigen die positiven Abweichungen bis auf über 3,5 °C an.
Die höchsten Monatsmittel finden sich im Nordosten und Südosten
des Bundesgebietes, mit Abweichungen bis zu 4,8 °C (Graz). Der
Temperaturverlauf zeigt nur zu Monatsbeginn und zwischen dem 5. und 10.
geringfügig zu kalte Tage auf, in der Folge wurden die Tagesmittel der
Lufttemperatur immer mehr überdurchschnittlich. Eine Ausnahme bilden die
westlichen Landeshauptstädte während der Karwoche. Eine nahezu ortsfeste
Störungszone verursachte um den 18. im Westen kühles regnerisches
Wetter, während es im Osten schon angenehm warm war.
Am 18. meldete Bregenz eine Höchsttemperatur von nur 9
Grad C, Graz hingegen verzeichnete 23 Grad. Ab dem Karfreitag (21. April)
war es dann überall extrem warm. Bad Ischl erreichte am 23. 29,0 Grad C,
und am Flughafen Salzburg wurde der neue April- Rekordwert von 27,9 Grad
gemessen (zuvor 27,6 Grad vom 23.4.1995). Andere Landeshauptstädte
(Klagenfurt, Graz, Linz, Eisenstadt) verzeichneten in der letzten
Aprilwoche 1968 höhere Temperaturen als heuer. In Bregenz wurde der
Rekordwert von 26,9 Grad vom 27. April 1993 heuer am 22. eingestellt.
Nur in Teilen Tirols (rund um das
Paznauntal, den Brenner,
im Bereich Kitzbühel und in Lienz) sowie in weiten Teilen Kärntens
finden sich leicht überdurchschnittliche Monatsniederschlagssummen. Überall
sonst werden weniger als 75 %, in großen Teilen Niederösterreichs und in
Wien sogar weniger als 25 % der üblichen April- Niederschläge gemessen.
Die Anzahl der Sonnenscheinstunden war überall überdurchschnittlich,
wobei der Osten Österreichs mit bis zu 160 % der durchschnittlichen
Anzahl am sonnenscheinreichsten war. Mit 278 Stunden war in Wien dieser
April der sonnenscheinreichste der letzten 50 Jahre (zuvor 240 Stunden
1963).
WITTERUNGSÜBERSICHT
MAI 2000
Der Mai 2000 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
sehr warm.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen verbreitet um
2,5° bis 3,5 °C über dem langjährigen Durchschnitt, im Unterinntal und
lokal im Salzkammergut noch etwas mehr. Im äußersten Süden und Osten
von Osttirol bis Wien betrugen die Abweichungen nur 2° bis 2,5 °C.
Bis zum 17. herrschte extrem warmes Wetter. Danach änderten
am 18. und gegen Monatsende Kaltlufteinbrüche den Wettercharakter.
Das Monatsmaximum der Temperatur trat gestreut auf. Der
absolut höchste Werte wurde am 27. in Tulln/ Langenlebarn mit 32,0 °C
gemessen. Das Monatsminimum fiel häufig auf den 21. An diesem Tag gab es
in einigen Tal- und Beckenlagen den letzten Nachtfrost.
Zusammen mit dem warmen März und dem sehr warmen April
wurden verbreitet Frühjahrsmittel nahe den bisherigen Maxima erreicht. In
Wien war es der wärmste Frühling seit 1794.
Die Monatssummen des Niederschlags erreichten in großen
Teilen Österreichs den Normalwert; im Außerfern sowie in Teilen Oberösterreichs,
der Steiermark und Kärntens übertrafen sie diesen um bis zu 60 %.
Zu trocken war es im Bodenseeraum, in der Oststeiermark,
im Burgenland und in Teilen Niederösterreichs.
Die geringsten relativen Niederschlagsmengen von nur 25
bis 45 % des Erwartungswertes wurden für das südliche Wiener Becken, das
Burgenland und den Raum östlich von Wien errechnet.
Die in Ostösterreich vom 16. April bis 17. Mai
herrschende Trockenheit wird allerdings von der Statistik etwas
verschleiert. In Wien fielen in diesem Zeitraum nur 4 mm Niederschlag. Die
danach auftretenden Regenfälle konnten bereits eingetretene Schäden
nicht mehr beseitigen.
WITTERUNGSÜBERSICHT
JUNI 2000
Der Juni 2000 war bei unternormalen bis normalen
Niederschlagsmengen sehr warm.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen allgemein 2°
bis knapp mehr als 3 °C über dem langjährigen Durchschnitt. Die größten
positiven Abweichungen bis 3.3 °C wurden für Kufstein, Graz sowie den
Bereich der nördlichen Kalkalpen in Salzburg und Oberösterreich
ermittelt.
Nachdem in den ersten beiden Juni- Dekaden nur kurze
Unterbrechungen des extrem warmen Sommerwetters um den 7. und um den 17.
eingetreten waren, verhinderte kühles West- bis Nordwestwetter in der
letzten Woche das verbreitete Zustandekommen neuer Rekord-
Monatsmitteltemperaturen. Das Monatsmaximum der Temperatur trat meist am
21. oder 22. Juni auf. Der absolut höchste Temperaturwert des Monats
wurde am 22. in Tulln/ Langenlebarn mit 37.2 °C gemessen. Die vom
07.06.1998 aus Altenberg/ Hartberg (St) stammende höchste je im Juni
gemessene Temperatur von 38.1°C wurde jedoch klar verfehlt.
Das Monatsminimum trat oft schon am 1. auf, häufig aber
in der klaren Strahlungsnacht zum 18. Juni. Am Morgen des 18. meldete St.
Michael/ Lungau den absoluten Monatstiefstwert von -0.3 °C.
Die Monatssummen des Niederschlags erreichten in
Vorarlberg und von Tirol bis Oberösterreich im Bereich der nördlichen
Kalkalpen oder des Alpenvorlandes nur 25 bis 75% der Normalmengen, ebenso
im gesamten Osten und Südosten Österreichs. Noch trockener mit weniger
als 25% des Erwartungswertes war es östlich von Wien und in weiten Teilen
des Burgenlandes. In den übrigen Regionen Österreichs wurden annähernd
normale Niederschlagsmengen verzeichnet.
Im Raume Schwechat - Eisenstadt - Wiener Neustadt war noch
nie zuvor das zweite Quartal eines Jahres so niederschlagsarm wie im Jahr
2000.
WITTERUNGSÜBERSICHT
JULI 2000
Der Juli 2000 war bei unterschiedlichen Niederschlagsverhältnissen
verbreitet zu kühl.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in großen
Teilen Österreichs um 0,5° bis 1,5°C unter dem langjährigen
Durchschnitt. In Vorarlberg wurden sogar Abweichungen bis -2,2 °C
erreicht. Annähernd normale Mittel wurden im südlichen Salzburg und
strichweise im Norden Kärntens sowie in Teilen der Steiermark mit Graz
und im südlichen Burgenland erreicht.
In den meisten Landeshauptstädten muss man aber nur bis
1996 oder 1997 zurückblättern, um einen ähnlich kühlen Juli zu finden.
Der Temperaturverlauf weist zu Monatsbeginn noch eine etwa
einwöchige Wärmeperiode auf. Danach begann eine Serie von kalten Tagen,
deren Mittel bis zu 8 °C unter dem Normalwert lagen. In der letzten
Dekade normalisierten sich die Verhältnisse und Kälte und Wärme
wechselten einander
ab. Das Monatsmaximum wurde zwischen 2. und 4. erreicht.
Absolut höchster Wert waren 34,6 °C am 4. in Langenlebarn. Das
Monatsminimum trat gestreut auf.
Die Monatssummen des Niederschlags erreichten im äußersten
Westen sowie im Südwesten und Nordwesten Österreichs 125 bis 200% der
Normalmengen. Etwas zu feucht verlief der Juli auch im nordöstlichen
Niederösterreich und im Norden des Burgenlandes um Neusiedl am See. Im übrigen
Österreich entsprachen die Niederschlagsmengen annähernd dem
Erwartungswert, von St. Pölten bis zum Wechsel war es in einem schmalen
Landstrich sogar etwas zu trocken.
Im Ausseerland wurde an 27 Tagen Niederschlag registriert.
WITTERUNGSÜBERSICHT
AUGUST 2000
Der August 2000 war ein heißer sonniger Hochsommermonat.
Das Monatsmittel der Temperatur lag verbreitet um mehr als
2° C über dem langjährigen Durchschnitt, positive Abweichungen von mehr
als 2.5° C sind in den südlichen Teilen Salzburgs, der Steiermark, des
Burgenlandes und in den nördlichen Gebieten Kärntens zu finden.
Nur in wenigen Regionen wie im Lienzer Raum und im
steirischen Ennstal war es lediglich um 1.4° C zu warm. Damit liegen die
Monatsmitteltemperaturen im August 2000 aber doch noch um 1° C bis 2° C
unter dem "Jahrhundertaugust" des Jahres 1992. Nach einem etwas
zu kühlen und regnerischen Monatsanfang zeichnete sich ab 10. der Beginn
der Hitzewelle ab, die zwischen 17. bis 22. ihren Höhepunkt erreichte.
Der absolute Monatshöchstwert aller österreichischen Stationen wurde in
Andau mit 38.2° C am 19. gemessen (zum Vergleich Mistelbach im August
1992 39.0° C). Von den Landeshauptstädten konnte Bregenz mit 35.3° C am
20. einen neuen Temperaturrekord für den August verzeichnen (bisheriges
Maximum 34,9° C am 28. August 1992). Der kühle Juli verhinderte einen
neuen Sommerrekord, das Sommermittel blieb meist um 1.5 bis 2° C unter
den höchsten Sommertemperaturen von 1992 bzw. 1994.
Die Niederschlagsmengen schwankten im Südosten unseres
Bundesgebietes und im westlichen Oberösterreich bzw. nördlichen Salzburg
zwischen 50 und 75 % des Normalwertes, in weiten Landesteilen herrschten
dem August entsprechende Niederschlagsverhältnisse, zu nass war es im südlichen
Tirol und Vorarlberg, in Oberkärnten und im östlichen Waldviertel sowie
lokal eng begrenzt durch örtlich heftige Gewitter.
WITTERUNGSÜBERSICHT
SEPTEMBER 2000
Der September 2000 war bei unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen normal bis leicht übernormal temperiert.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen im Bodenseeraum,
vom nördlichen Land Salzburg ostwärts über große Teile Ober- und
Niederösterreichs bis in die Oststeiermark und in das Burgenland um den
langjährigen Durchschnitt. Auch in Osttirol, lokal in Oberkärnten und in
Wien wies dieser September nahezu normale Temperaturmittel auf. Im übrigen
Österreich lagen die Monatsmittel um 0,5° bis 1,5° C über dem
Normalwert, im Unterinntal sowie vom Raum Bischofshofen über Obertauern
in das obere Murtal auch etwas mehr.
Nach Monatsbeginn stellte sich rasch eine zu kühle
Periode ein. Erst um den 10. erreichten die Temperaturen allgemein wieder
normales Niveau und stiegen bis zur Monatsmitte weiter. Nach dem 16.
setzte erneut kühles Wetter ein, erst gegen Monatsende folgten wieder
mehrere warme Tage.
Der absolute Monatshöchstwert der Temperatur wurde am 13.
in Wien- Unterlaa mit 28,6° C gemessen. Einige alpine Tal- und
Beckenlagen verzeichneten schon leichten Frost. Badgastein meldete am 24.
einen Tiefstwert von –1,0° C.
Die Monatssummen des Niederschlags bieten ein
uneinheitliches Bild: Erhebliche Teile Österreichs empfingen annähernd
normale Niederschlagsmengen. Im oberen Enns- und Murtal sowie im äußersten
Süden und Südosten war es etwas trockener. Über dem Erwartungswert
lagen die Monatssummen von Vorarlberg strichweise bis in das Weinviertel,
ebenso lokal in Oberkärnten.
Ein heftiges Unwetter in Ostösterreich am 16. sorgte in
diesem Gebiet für besonders große Differenzen der relativen
Niederschlagsmengen auf engstem Raum.
WITTERUNGSÜBERSICHT
OKTOBER 2000
Der Oktober 2000 war bei sehr unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen sehr warm.
Die Monatsmittel der Temperatur lagen von Vorarlberg bis Kärnten,
bis in den Westen Oberösterreichs und bis zum Semmering meist um 0,5°
bis 2,5° C über dem langjährigen Durchschnitt, weiter im Osten um 2,5°
bis 3,6° C.
Nur in der ersten Dekade gab es eine im Westen längere,
im Osten kürzere, Phase mit unterdurchschnittlichen Temperaturen in ganz
Österreich.
Der Monatshöchstwert wurde meist zwischen 13. und 15.
verzeichnet. Absolutes Maximum waren 27,8° C in Salzburg und Bad Ischl am
15. Der Monatstiefstwert trat gestreut auf. Puchberg/ Schneeberg meldete
am 23. mit –2,7° C das absolute Monatsminimum.
Die Monatssummen des Niederschlags lagen sowohl im äußersten
Westen wie auch im äußersten Osten um den Normalwert. Im Raume Linz, in
Oberkärnten und im Lungau sowie im Raume Bruck/ Mur wurden dagegen mehr
als 275 % des Erwartungswertes gemessen. Im übrigen Österreich wurden
der niederschlagsreiche Süden und Nordwesten durch eine etwas trockenere
Zone von Salzburg bis Ostösterreich getrennt.
Am 8. lag in Westösterreich strichweise bis unter 1000 m
herab eine Schneedecke.
WITTERUNGSÜBERSICHT
NOVEMBER 2000
Der November 2000 war bei sehr unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen sehr warm.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen von Vorarlberg
über Tirol und den Norden Salzburgs bis Oberösterreich um etwa 2° C bis
knapp mehr als 3° C über dem langjährigen Durchschnitt, ebenso
strichweise im Westen Niederösterreichs. Im übrigen Land wurden sogar
Abweichungen von 2,5° bis 4° C festgestellt.
Längere Perioden mit unternormalen Temperaturen fehlten
in diesem Monat. Einzelne zu kalte Tage waren meist das Ergebnis kälterer
Nächte bei klarem Himmel. Im Osten und Süden war es der wärmste
November seit 1926.
Monatsmaximum und Monatsminimum traten gestreut auf. Der
absolut höchste Wert wurde am 13. in St. Wolfgang mit 21,5° C gemessen.
Das absolute Minimum von –6,8° C war am Tag davor in St. Michael im
Lungau und Puchberg/ Schneeberg verzeichnet worden.
Die Monatssummen des Niederschlags lagen im Bereich des
Alpenhauptkammes und besonders südlich desselben weit über dem
Normalwert. In Osttirol und Oberkärnten sowie im Lungau wurden etwa 300
bis 400% des Erwartungswertes erreicht. Die größte Monatssumme stammt
aus Reisach/ Gailtal mit 525 mm und war dort seit Beginn der Messungen vor
über 40 Jahren zuvor noch nie erreicht worden. Dagegen herrschte im
Bereich der nördlichen Kalkalpen, im ober- und niederösterreichischen
Alpenvorland und Donauraum, im Mühl- und Waldviertel und im Wiener Becken
Trockenheit mit nur 25 bis 75% des Durchschnittes.
Schnee fiel strichweise zwar gegen 600 m Seehöhe herab,
unter 1000 m meldete aber nur Mariazell einen Tag mit Schneedecke.
WITTERUNGSÜBERSICHT
DEZEMBER 2000
Der Dezember 2000 war bei unterschiedlichen
Niederschlagsverhältnissen außergewöhnlich mild.
Die Monatsmittel der Lufttemperatur lagen in Teilen der
Ober- und Oststeiermark sowie in Ober- und Niederösterreich, in Wien und
im Burgenland 0,5° bis 2,5° C über dem langjährigen Durchschnitt. Im
übrigen Österreich wurden Abweichungen von 2,5° C bis über 5° C
verzeichnet; die größten traten im Ausserfern, im Inntal und in Osttirol
auf.
Nach kühlerem Monatsbeginn lagen die Mitteltemperaturen
spätestens am 3. in ganz Österreich über dem Durchschnitt, und bis
gegen Ende der zweiten Dekade blieb es verbreitet zu mild. Danach setzte
eine in Tirol, Vorarlberg und Kärnten weniger ausgeprägte Kälteperiode
ein, ehe gegen Jahresende erneut Temperaturanstieg folgte. In Tirol und
Vorarlberg erreichten viele Orte in den letzten 50 Jahren nicht dagewesene
Monatsmittel.
Das absolute Maximum trat gestreut auf, wobei Feldkirch am
8. mit 20,7° C den höchsten Wert meldete. Das absolute Minimum wurde
meist am 23. oder 24. erreicht. Am kältesten war es am 23. in St.
Michael/ Lungau mit –20,0° C.
Im Westen Österreichs blieben die Monatssummen des
Niederschlags unter 75% des Normalwertes, von Feldkirch über den Arlberg
bis ins Oberinntal lokal sogar unter 25%. Sonst wurden normale, in der Südsteiermark
sowie in Teilen des ober- und niederösterreichischen Donauraumes und des
Weinviertels auch etwas übernormale, Niederschlagsmengen gemessen.
Schnee fiel auch in den Alpentälern meist erst ab der
Monatsmitte, in vielen Niederungen erst gegen Monatsende.
|